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SPRACHE: Determinativkomposita

Lange Wörter brauchen mehr Aufmerksamkeit und Zeit. In der „einfachen Sprache“ ist es schon lange üblich, Determinativkomposita Determinativ-Komposita zu schreiben. Statt eines langen Wortes, haben wir so zwei Wörter, die mit einem Bindestrich verbunden werden. Das ist auch sinnvoll. Denn: Unser Auge kann so am Bindestrich eine kleine Pause einlegen, die Wortbestandteile sind kürzer und lassen sich leichter erfassen. Kurze Wörter überblickt unser Auge nämlich sofort: von Anfang bis Ende auf einen Blick. Bei längeren Wörtern funktioniert das nicht mehr. Das ist auch der Grund, warum wir über Bandwurmwörter stolpern. Die „einfache Sprache“ ist für Menschen erdacht worden, die Probleme haben, komplexe Sätze und schwierigere Wörter, wie sie klassischerweise in Formularen vorkommen, zu verstehen. Genau dieses Prinzip wird mittlerweile etwas abgewandelt immer häufiger auch von Unternehmen angewendet: ServiceStore, ReiseZentrum (Quelle: Deutsche Bahn). Unser Auge orientiert sich am Großbuchstaben in der Mitte des Wortes und erkennt so auf einen Blick die einzelnen Wortbestandteile.

Aber Vorsicht: Genau diese Strategie kann auch nach hinten losgehen. Denn anders als in der „einfachen Sprache“ fehlt hier der Bindestrich. Man muss also diese kreative Verwendung von Sprache erstmal verstehen, damit man beim Lesen davon profitieren kann. Manche Leser*innen könnten sich auch von den kreativen, nicht regelkonformen Wortneuschöpfungen verwirrt und abgestoßen fühlen. Und wenn wir eins nicht wollen, dann das.

In der Reihe SPRACHE greife ich Fragen zur Gestaltung von Texten im E-Commerce auf. Sie haben auch eine Frage? Schreiben Sie mir. Ich liefere Ihnen die Antwort!

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