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Ess lebe der Imperativ!

Sie sind verwirrt? Ich auch … Lidl und der Deutsche Handballbund haben sich für eine Kampagne entschieden, die wohl das beste aus beiden Welten vereinen soll. Leute, das tut sie nicht! Nein, echt nicht. Das Problem dabei? Der falsch gebildete Imperativ.

Tatsächlich hört man gelegentlich „Ess die Nudeln auf!“, „Seh doch mal genau hin!“ oder „Werf den Ball!“. Sie merken was? Gott sei dank. Natürlich sind all das falsch gebildete Imperative. Das -e- wandelt sich zum -i-: iss, sieh, wirf. Mündlich mag ein hingenuschelter, abgeschliffener und deswegen falscher Imperativ ja noch okay sein. In der Schriftsprache zeigt sich dann aber, wer einfach nur mundfaul ist und wer noch Nachholbedarf in Sachen Grammatik hat. Denn: Der Imperativ leitet sich vom Präsensstamm ab. In der 2. Person Singular lautet dieser eben iss, sieh, wirf.

Ich habe überhaupt nichts gegen eine kreative Nutzung der deutschen Sprache, ich begrüße sie sogar, wenn damit auch ein Mehrwert einhergeht, z. B. ein gewisser Wortwitz oder feine Ironie. Aber „ESS! LEBE! HANDBALL!“ ist mir einfach zu platt (von den mich anschreienden Versalien und Ausrufezeichen ganz zu schweigen).

Kleine Eselsbrücke: Es heißt Imperativ, nicht Emperativ.

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